POETISCHE ZEICHEN

Ausstellung

Zeichnungen von Monika Bartholomé

Monika Bartholomé zeichnet seit vielen Jahrzehnten und sie erforscht die Zeichnung als Ausdrucksmittel zwischen Kopf und Hand. Ihr künstlerisches Werk ist geprägt von Formen der Annäherung und intuitiven Reaktionen auf Gesehenes und Gefundenes. In ihren reduzierten, manchmal auch musterartigen Bleistift- und Tuschezeichnungen verwandeln sich diese Eindrücke in poetische Zeichen, die von der Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit des Menschen in der Welt erzählen. Melancholie und Humor prägen dabei gleichermaßen ihre Bildwelt.

Von Juli bis Dezember 2025 zeigt die Wolfsburg eine Ausstellung mit Arbeiten von Monika Bartholomé. Zeitgleich ist ein Werk der Kölner Zeichnerin in der Kassenhalle der Bank im Bistum Essen zu sehen.

Eine ebenso überraschende wie ungewöhnliche Einladung erreichte Monika Bartholomé, als sich die Deutsche Bischofskonferenz nach langer Vorbereitung 2011 an die Fertigstellung des neu gestalteten Gebet- und Gesangbuchs Gotteslob machte. Als eigenständige lineare Kunstwerke sollten ihre Zeichnungen mit den Schrift- und Notenzeichen korrespondieren und so das Gotteslob zu einer bibliophilen Kostbarkeit machen. Als es zwischen Dezember 2013 und Juli 2014 mit einer Startauflage von 3,6 Millionen Exemplaren in allen Diözesen Deutschlands und Österreichs sowie in Südtirol und der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens eingeführt wurde, enthielten der Stammteil und die Diözesan- und Regionalausgaben zusammen genommen 47 Zeichnungen der Künstlerin.

Auf den meisten der 23 Diözesanausgaben ist auch auf dem Umschlag eine Zeichnung von Monika Bartholomé zu sehen. Diese Zeichnung misst im Original 24 mal 32 Zentimeter und deutet auf abstrakte Weise ein Dreieck an. Es könnte sich aber auch um ein Kreuz handeln oder es könnte ein Mensch mit ausgestreckten Armen sein. Das Reizvolle an dieser Zeichnung ist das eindeutig Uneindeutige, das jeder Betrachterin und jedem Betrachter einen Interpretationsspielraum lässt und doch etwas verbindend Gemeinsames hat.

Alle für das Gotteslob ausgewählten Zeichnungen gelangten als Schenkung des Verbandes der Diözesen Deutschlands in die Sammlung von Kolumba, dem Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Durch Vermittlung des Kurators Guido Schlimbach stellt Kolumba diese Zeichnungen der Wolfsburg für die Ausstellung zur Verfügung. Nach der Eucharistiefeier mit Generalvikar Klaus Pfeffer am Sonntag, 28. September 2025, um 18 Uhr besteht die Möglichkeit, vom Kurator durch die Ausstellung geführt zu werden.

| Dr. Guido Schlimbach

Monika Bartholomé, geboren 1950, studierte in Köln, Braunschweig und Düsseldorf. Anfang der 1990er Jahre hatte sie einen Lehrauftrag an der Universität Siegen, später lehrte sie an der Folkwang-Hochschule Essen, an der FH Hamburg sowie an der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel. Sie lebt und arbeitet in Köln und stellt regelmäßig im In- und Ausland aus. www.monika-bartholome.de

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