GENT – BRÜGGE – ANTWERPEN
Kultur kompakt: Flandern
Über Kunst und Geschichte vom Mittelalter bis in die Gegenwart
Die Wolfsburg führt ihr Veranstaltungsformat „Kultur kompakt“ mit einer neuen Exkursion fort. Fachkundige Unterstützung erhält sie hierfür von dem Kunsthistoriker Jörg Mascherrek, der als Reiseleiter jahrzehntelange Erfahrung und profundes Fachwissen mitbringt. Die nächste Kulturexkursion führt nach Flandern zu den UNESCO-Weltkulturerbestätten Gent, Brügge und Antwerpen.
Wer einen weiten und einzigartigen Blick in die Vergangenheit Europas sucht, wird bei einem Besuch in Flandern schnell fündig: So war das flämische Brügge seit dem Mittelalter eine der wichtigsten europäischen Handelsmetropolen, die über eine direkte Verbindung zur Nordsee und damit nach England verfügte. Über Landwege und Kanäle gab es zudem Verbindungen zu den Hansestädten Hamburg und Lübeck. Vor allem die Produktion und Verarbeitung wertvoller Tuche mehrte Brügges Reichtum, denn seit der ersten Handelsmesse im Jahr 1200 wurde hier Tuch gehandelt. Bald gab es dann auch Handelsbeziehungen über Venedig bis nach Byzanz, die für einen generellen Austausch von Waren und Kunstgegenständen sorgte. Antwerpen wiederum war mit seinem heute noch prominenten Hafen ein weiterer bedeutender Handelsplatz in Flandern, und Gent, Startpunkt unserer Kulturexkursion, galt als lokale Metropole.
Noch heute lässt sich im Stadtbild aller drei Städte ihre Bedeutung und der Reichtum seit dem Mittelalter bis in die Spätrenaissance erkennen. Die mächtig gewordenen Kaufleute ließen bedeutende Gebäude errichten und förderten die Künste und damit auch die Ausstattung der Kirchen. Die Geschichte und Kunst dieser drei Städte wird im Mittelpunkt dieser Reise stehen. Hier ein Vorgeschmack!
Kunstschätze aus dem Spätmittelalter
Die erste Station wird in Gent gemacht, wo ein kurzer Stadtrundgang zur Sint-Bavo-Kathedrale und dem dortigen berühmten Genter Altar führt. Der Flügelaltar wurde bis 1435 von den Brüdern Jan und Hubert van Eyck geschaffen und gilt als eines der bedeutendsten Werke des Spätmittelalters. Das Hauptthema ist die Anbetung des Lammes aus der Offenbarung des Johannes mit Engeln und Heiligen. Anhand der Entstehung und schicksalhaften Wendungen des Altars über die Jahrhunderte hinweg, kann man der wechselvollen Geschichte der Region besonders gut nachspüren.
Frühe Zeugnisse christlich-karitativen Handelns
Im Museum der Stadt Brügge, dem zweiten Stopp und Übernachtungsort während dieser Reise, werden bei einer Führung weitere Werke und Zeugnisse der Kultur- und Kunstgeschichte der bedeutenden Handelsmetropole und Flanderns sichtbar gemacht. Neben vielen interessanten Orten der mittelalterlichen Handelsstadt wird auch der Beginenhof besucht, der eine besondere Form des Wohnens für Seniorinnen schon im Mittelalter begründete und zu Recht in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen worden ist. Ein besonderes Highlight wird der Besuch des Weihnachtsmarktes vor der malerischen Kulisse Brügges.
Vom ersten Buchdruck in die Gegenwart
In Antwerpen wird der Sprung von der mittelalterlich geprägten Handelsmetropole in die Gegenwart deutlich. Auch wenn Antwerpen in einigen Gassen noch die alte Stadtstruktur erahnen lässt, ist sie durch den großen und modernen Hafen zur bedeutenden Verbindung bis ins Ruhrgebiet geworden. Eine Art Mittler zwischen den Jahrhunderten ist das Museum der Schönen Künste, das nach langer Renovierung jetzt ein modernes Museum in traditioneller Architektur geworden ist, in dem Kunst von der Frührenaissance bis in die Gegenwart darauf wartet, entdeckt zu werden. Der abschließende Stadtrundgang führt zum interessanten Plantin-Moretus-Museum für Buchkunst, das mit seiner besonderen Architektur und seiner verzweigten Anlage einen spannenden Blick in die Zeit des frühen Buchdruckes bietet und die ältesten Druckpressen der Welt beherbergt. Gründe genug, Flandern im Voradvent zu entdecken!
| Mark Radtke
Über den Reiseleiter
Jörg Mascherrek hat Kunstgeschichte, Geschichte, Sozialwissenschaften und Pädagogik studiert und viele Jahre als Abteilungsleiter für die Geistes- und Sozialwissenschaften in der Erwachsenenbildung gearbeitet. Im Bereich der Kunstvermittlung und als Kurator war er an den Krefelder Kunstmuseen und am Lehmbruck Museum in Duisburg tätig. Darüber hinaus arbeitet er in Duisburg für das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst und für das Museum DKM.
Als Reiseleiter und Dozent hat er Reisen in Deutschland, den Beneluxländern, Österreich, der Schweiz und Italien geleitet. Er ist auch als Autor tätig und arbeitet als Moderator für Künstlergespräche und Konzerte.
