FLEXIBILITÄT FÜR EINE VERÄNDERTE ARBEITSWELT

Fortbildung neu gedacht

Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel – bedingt durch digitale Transformation, veränderte Unternehmensstrukturen und steigende Anforderungen an Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Mitarbeitenden. Insbesondere in der Pflegebranche, in der laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2023 mehr als 80 Prozent der Beschäftigten Frauen waren, stellt dies eine besondere Herausforderung dar. Kontinuierliche Fort- und Weiterbildungen sind essenziell, um den sich wandelnden Anforderungen gerecht zu werden. Gleichzeitig müssen viele Mitarbeitende Wege finden, um ihre beruflichen Verpflichtungen mit privaten Anforderungen, wie der Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen, in Einklang zu bringen. Der Schichtdienst, der hohe Arbeitsdruck und begrenzte zeitliche Ressourcen erschweren dabei die Teilnahme an ganztägigen Weiterbildungsmaßnahmen.

Der anhaltende Arbeitskräftemangel verstärkt diese Problematik. Der berufliche Alltag vieler Einrichtungen ist von einem permanenten Krisenmodus geprägt, in dem es primär darum geht, Arbeitsabläufe sicherzustellen und Personalengpässe zu überbrücken. In einer solchen Arbeitsrealität bleibt wenig Spielraum, Mitarbeitende für Fortbildungen freizustellen. Gleichzeitig ist es gerade in solchen Zeiten umso wichtiger, die persönlichen Kompetenzen weiterzuentwickeln, um Herausforderungen mit Resilienz, Fachkompetenz und Offenheit zu begegnen.

Um dieser veränderten Arbeitswirklichkeit gerecht zu werden, haben wir gemeinsam mit der Katholischen Pflegehilfe ein neues Fortbildungskonzept entwickelt. Statt zwei ganztägiger Veranstaltungen zu den Themen „Teamorientierte Kommunikation“ und „Konfliktlösung im Team“ bieten wir nun ein modulares Format an. Die Fortbildung besteht aus jeweils halbtägigen Modulen, die flexibel besucht werden können – entweder einzeln oder kombiniert. Dies ermöglicht den Teilnehmenden, gezielt Inhalte auszuwählen und dabei den Arbeitsalltag nicht vollständig zu unterbrechen.

Gleichzeitig eröffnet dieser „zwei-in-eins“-Ansatz die Möglichkeit, beide Themen in einer praxisnahen und bedarfsgerechten Form zu bearbeiten. Fortbildungen werden hier nicht als isolierte Theorieeinheiten verstanden, sondern als gezielte Impulse, die eine Unterbrechung des täglichen „Überlebensmodus“ bieten. Sie eröffnen neue Handlungsspielräume und zielen auf das praktische Ausprobieren der erlernten Inhalte im Arbeitsalltag ab. So wird eine Praxistauglichkeit erreicht, die in klassischen Fortbildungen oft schwer umzusetzen ist.

Die ersten Erfahrungen und Rückmeldungen zeigen, dass diese Umstellung auf große Zustimmung stößt. Die Zufriedenheit sowohl der Teilnehmenden als auch der Dozierenden konnte gesteigert werden, und die Teilnahmezahlen sind spürbar gestiegen. Dieses neue Fortbildungskonzept trägt dazu bei, Weiterbildung an die aktuellen Bedingungen der Arbeitswelt anzupassen und Mitarbeitende sowohl im Berufsalltag als auch in ihrer persönlichen Weiterentwicklung zu unterstützen.

Mit dieser neuen Herangehensweise vereinen wir Flexibilität und Effizienz und ermöglichen gleichzeitig eine nachhaltige Verbesserung der Teamarbeit in der Pflege. Ein innovativer Ansatz, der zeigt: Fortbildung kann und muss sich den Bedürfnissen der heutigen Arbeitswelt anpassen, um wirksam und zukunftsfähig zu bleiben.

| Heike Raskopf & Dr. Christian J. Voß

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Kursbereiche >> Politik, Demokratie , Gesellschaft

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